Funktionierende Micro−Scharniere im Modellbau erstellen.

Während meines Projektes stand ich immer wieder vor der Frage, ob ich Wartungsklappen offen oder geschlossen darstelle.

Ich grübelte darüber, ob ich die Klappen nicht funktionsfähig machen kann, und entwickelte eine Methode Miniaturscharniere zu erstellen, und es funktioniert.

Zunächst braucht man folgende Materialien: ca. 0,1mm dickes Alublech oder Eisen, eine Sehne, im Beispiel 0,2mm dick, eine Bohrmaschine mit Bohrständer und einem Koordinatentisch.

Zunächst müssen wir das Material schlichten, dazu nehmen wir Schleifvlies und streichen über das Material.
Wir spannen das Material ca. einen Zenitmeter tief waagerecht in einen kleinen Schraubstock ein.

Das Material wird geknickt, und wir rollen einen Stab über den Knick, um einen rechten Winkel zu erreichen.
In den Knick legen wir die Sehne, um die später das Scharnier bewegt wird.
Der Knick wird umgebogen.
Mit einem Zahnstocher oder einem Schaubenzieher drängt man die Sehne in den Knick, indem man in Richtung Wulst streicht, zunächst mit weniger Druck, später mit mehr Kraft.
Das Rohscharnier wird in wieder in den Minischraubstock eingespannt, dabei spannen wir das Teil so ein, dass die "Rolle" mit der Rundung auf dem Schraubstock eng anliegt.
Nachdem das Rohscharnier eingespannt ist, entfernen wir die Sehne.
Das Rohscharnier spannen wir in die Standbohrmaschine ein, und fangen von einer Seite an, die Rundung durchzutrennen.
Ich nehme dazu eine Minikreissägescheibe.

Den Koordinatentisch stelle ich bei diesem ersten Versuch zwischen den Schritten immer einen Millimeter weiter.

Das Resultat lässt finde ich schon sehen…
Der nächste Schritt besteht darin, jeden zweiten Ausschnitt durch hin−nund her− bewegen abzutrennen.
Wir sind schon etwas weiter, ich habe das benötigte Teilstück ausgeschnitten, und wieder eine Sehne durchgesteckt.
Damit ist das erste Teil fertig.
Ein etwas grösserer Schritt, ein weiteres Stück Alu wurde wieder einen Zentimeter tief eingespannt und abermals mit ein Millimeter Abstand zugeschnitten.

Jedes zweite Teil wird wiederum durch biegen abgetrennt, und der Rest zum Schluss im 90° Winkel umgebogen.
Beide Teile nebeneinander.
Die Beiden Teile werden nun inneinander verschränkt, wie es bei einem Scharnier üblich ist.
Der zweite Rohling wird in die Lücken des Ersten geschoben.
Die Laschen, die noch ungeschlossen sind werden um die Sehne gebogen und mit einem Schraubenzieher fest angedrückt.

Wenn die Laschenüberstände stören, etwa beim Verkleben, können diese direkt neben der Sehne mit leichtem Druck von oben mit einem Skalpell abgetrennt werden.
Das entstandene Scharnier ( siehe erstes Bild ) ist voll funktionsfähig, und wie ich festellen musste auch recht belastbar.

Ich denke, dass man keinem Modellbauer die Möglichkeiten des Einsatzes erklären muss − es spricht für sich.

Die hier gezeigte Methode eignet sich besonders für größere Scharniere, für Mirco−Micro−Scharniere habe ich eine andere Herstellung entwickelt, sie ist wesentlich feiner, daher auch erst mit etwas Übung umzusetzen, ein Artikel folgt.

Viel Spass beim Scharnieren.
Diesen Artikel empfehlen bei:
 
  Kommentare  
Es sind noch keine Kommentare vorhanden. Um diesen Artikel zu kommentieren und zu bewerten, melden Sich sich einfach an.
Wir übernehmen keinerlei Verantwortung für enstandene Schäden beim Befolgen des Inhalts der Themen, Anleitungen oder Tipps.
home
  Login  
 
  Top24  
IMPRESSUM NUTZUNGSBEDINGUNGEN KONTAKT