AVOCADOS - Welche darf's denn sein ?

Tipps für Einkauf und Zubereitung

Haben Sie jemals im Supermarkt am Gemüsestand gestanden und bei einem Angebot unterschiedlicher Sorten lange überlegen müssen, welche der dort angebotenen Avocados Sie wählen sollten?

Wenn ja, möchte ich Ihnen hier einige Tipps geben, damit Sie sich in
Zukunft schnell für eine passende Avocado entscheiden können.

Soll sie noch am Tag des Kaufes zubereitet werden, muss sie bereits einen hohen Reifegrad erreicht haben. Einige Märkte bieten hierfür einen Service mit gesondert ausgelegten Früchten und dem Hinweis "Reif, zum schnellen Verzehr". Da bleibt nur noch die Auswahl nach Größe und Optik - reif sind sie allemal.

Wenn ich ein Avocadogericht plane, kaufe ich rechtzeitig vorher eine noch
harte Frucht und lasse sie zu Hause nachreifen. Sollte sie doch schneller auf dem Speiseplan stehen, kann man sich helfen indem man die Avocado in Zeitungspapier zusammen mit einer Banane verpackt. Bananen geben
beim Reifeprozess ein "Reifungsgas" ab, welches dann auch der Avocado auf die Sprünge hilft. Als Tipp habe ich gelesen, dass dies auch mit einem
Apfel möglich sein soll.

Den Reifegrad können Sie testen, indem Sie mit der hohlen Hand (nicht mit den Fingern) die Frucht auf die erreichte Flexibilität testen. Wenn die
Avocado reif ist, lässt sich die Frucht leicht etwas zusammendrücken. Wenn die Avocado außen schwarze Flecken aufweist, wird es höchste Zeit sie zu verzehren, denn je mehr Flecken, desto stärker kann das Fruchtfleisch darunter schon braun geworden sein und zu faulen beginnen.

Wenn Sie aber glauben eine reife Frucht nur nach der Farbe auswählen zu
können, muss ich Sie enttäuschen - die Farbe kann ein nützlicher Hinweis
sein, aber da es verschiedene Sorten von Avocados gibt, reicht das allein
nicht aus. Es gibt glatte grüne, grün bräunlich gesprenkelte, dunkle etwas
stachelige oder genarbte Früchte aus den unterschiedlichsten
Herkunftsländern.
Bei den dunklen, stacheligen Früchten ist die Schale relativ hart, sodass
von Ungeübten der Reifegrad durch Drücken nicht ohne weiteres
bestimmt werden kann.

In Deutschland ist aber die am häufigsten angebotene Frucht, die glatte
grüne "Fuerte" oder "Persea-Americana". Bei diesen Avocados lässt sich
der Reifegrad durch Drücken schon recht gut bestimmen.

Tipps zur Verarbeitung

Soll das Fruchtfleisch nicht in Crémes oder Salaten verarbeitet werden,
sondern die Avocado halbiert und mit einer Füllung serviert werden, möchte ich hier einige Tipps zum Schneiden, Trennen und Entkernen geben.

1. Mit einem scharfen Messer die Frucht der Länge nach rund um den Kern aufschneiden.

2. Die aufgeschnittene Avocado so zwischen die Hände nehmen, dass Sie
die Hälften leicht in entgegengesetzter Richtung drehen können. Nach einer kurzen Viertel-Drehung können Sie die Hälften problemlos trennen.
3. Entfernung des Kernes. Am Besten mit der Klinge eines großen
Messers in den Kern schneiden und dann den Kern in der Frucht ein Stück
drehen. Bei reifen Avocados können Sie danach den Kern leicht am
Messer aus dem Fruchtfleisch entfernen.

4. Da das Fruchtfleisch sehr schnell oxidiert, beide Hälften mit etwas
Zitronen- oder Limettensaft bespritzen. So vermeiden Sie eine bräunliche
Verfärbung vor dem Servieren.

Das Wichtigste in der Zusammenfassung:

Verwendung:

Obwohl die Avocado dem Obst zugerechnet werden muss, wird sie wegen ihres Aromas und Geschmacks eher als Gemüse verwendet. Das Praktische dabei ist, dass sie - wie bei fast jedem Obst - gleich nach dem Schälen roh genossen werden kann.
Mit einer Gabel ein bisschen zerdrückt und mit etwas Salz und Pfeffer abgeschmeckt - fertig ist ein hochwertiger Brot-Aufstrich.

Dass Nüsse, Spargel und Pilze gut zur Avocado passen, ist bekannt.
Zusammen mit dem zerkleinerten Fruchtfleisch können sie zu einem Gourmet- Salat verarbeitet werden, der durch Kräuter noch weiter verfeinert werden kann, zum Beispiel mit Chicorée, Rucola, Oreganum, Radicchio, Petersilie, Minze oder Koriander.
Wer Koriander liebt bereitet sich eine "Guacamole" zu, dem favorisierten mexikanischen Avocado-Dip mit Zwiebeln, Tomaten, Chili, Limette und eben frischen grob gehackten Koriander.

Als klassische Zubereitung gilt die Kombination aus Avocado und Garnelen in Cocktails oder auf der halben Frucht serviert. Auch helles Fleisch,
Geräuchertes und Käse passen gut zum Aroma und der Konsistenz des
Avocado-Fruchtfleisches.
Wenn Sie Avocados in warmen/heißen Gerichten verwenden wollen - bitte immer erst ganz zum Schluss hinzufügen und nicht erneut erhitzen, das Fruchtfleisch wird sonst leicht unansehnlich und bitter.

Saison und Qualität:

Avocados können dick- oder dünnschalig, rau oder glatt, flaschengrün bis
schwarzbraun sein. Bedeutend für Europa sind zwei Sorten:
Die mexikanische, mit selten mehr als 300 g schweren Früchten, die eine dünne, grüne Schale haben und deren cremiges Fleisch bis zu 30 % Fett enthält – dazu gehört die Gourmet-Sorte "Hass", deren Schale dunkel wird, wenn sie reif ist. Avocados vom Typ "Guatemala" sind runder, dunkelgrün mit dicker Schale und gutem Aroma, wie die ab 300 g gehandelte "Reed" oder die schwerere "Nabal". Am populärsten sind Kreuzungen wie "Fuerte" (grün mit dünner, rauer, leicht zu lösender Schale) oder "Ettinger" (hellgrüne, glatte, dünne Schale).
Die Früchte sollten außen sowie innen gleichmäßig gefärbt sein und auf
Druck elastisch nachgeben. Von fleckigen, matschigen, aber auch zu festen Früchten sollte man die Finger lassen.

Die Saison startet im August mit Früchten aus Mexiko, ab September/
Oktober bis in den Mai hinein liefern Israel und Spanien. Südafrika und Kenia füllen dann schon ab März das Sommerloch. Im Allgemeinen gelten die Herbstfrüchte als die Besseren.

Aufbewahrung:

Avocados reifen erst aus, wenn sie vom Baum geerntet wurden. Gute Händler geben ihnen Zeit dafür, bevor sie ins Regal kommen. In den meisten Fällen wird dies aber leider nicht praktiziert.
Zum Nachreifen zu Hause sollten Sie die Früchte bei Zimmertemperatur mehrere Tage liegen lassen, beschleunigt wird der Reifungsprozess in einer Papiertüte oder in eine Zeitung gewickelt, zusammen mit einem
Äpfeln oder einer Banane. Reife Avocados können im Gemüsefach des
Kühlschranks noch für einige Tage aufbewahrt werden – dann aber mindestens eine Stunde vor dem Servieren herausnehmen.
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