Sizilien – Kalabrien

Monreale – Scilla – Capo Vaticano – Tropea − Pizzo
Eine Reise der Farben…

Heute entführe ich Sie auf Sizilien, in das Benediktiner Klosterdorf Monreale, in der Nähe von Palermo (ca. 10 km, am Monte Caputo, Autobahn in Richtung Messina). Wie schon in meinen anderen Berichten möchte ich Ihnen nur das Wichtigste in Worten sagen und die Bilder für sich sprechen lassen. Ich möchte Sie zu einem Besuch, einer Reise nach Süditalien animieren, Sie neugierig machen.

Die Kathedrale von Monreale (1172), wurde vom Normannenherrscher, Wilhelm II., gestiftet. Sie ist der noch größte und geschlossenste Sakralbau dieser Epoche, eine gelungene Mischung aus Romantik sowie arabischer und byzantinischer Kunst. Das Innere der Kathedrale ist mehr als beeindruckend. Die Wände sind vollständig mit Goldmosaiken bedeckt. Ganze 6.340 qm zum Staunen.
Rund um den Monreale Dom Souvenirläden in großer Auswahl. Wie es halt so ist, werden ganze Busladungen in dem kleinen Ort abgesetzt und das Geschäft mit dem Kitsch boomt. Sie sollten genau hinschauen, wo Sie Ihren Cappuccino trinken oder Ihre Pasta essen möchten.

Der „nette“ Sizilianer unten links im Bild, war gar nicht so nett wie es scheint. Gekonnt und blitzschnell lief er mir ins Bild und verdeckte seine üppig geschmückte Pferdekutsche. Ich hätte meinen Aufenthalt verlängern müssen, um ihn aus dem Bild zu bekommen. Schmunzeln wir über den sizilianischen Macho und denken wir uns dahinter das Pferdchen mit dem grellen Kopfschmuck.
Monreale ist ein Ort, den ich sehr gerne als ein Muss bezeichnen würde, dann jedenfalls, wenn man schon im Norden der Insel unterwegs ist.

Mit einem Blumengruß verlassen wir Sizilien und fahren weiter über eine viel befahrene Autobahn in Richtung Messina, aber nicht ohne Cefalù (im Bild der Dom mit dem mächtigen Felsen, der Rupe) einen Besuch abzustatten. (Mehr über Cefalù in meinem Sizilien−Bericht, hier auf tijio)
Kalabrien

Ein Blick zurück (mit Teleobjektiv) auf den Ätna und der Straße von Messina. Im Vordergrund links ist im Dunst unsere nächste Station, Scilla zu erkennen.
Scilla, liegt an der nördlichen Einfahrt in die Straße von Messina. Der kleine Fischerort wird markant dominiert von einem steil ins Meer abfallenden Felsen, mit einem mittelalterlichen Schloss.
Unterhalb des Kaps, auf der nördlichen Seite liegt der kleine Hafen. Im Mai und Juni gibt es hier ein besonderes Ereignis, den Schwertfischfang. Die Harpunenboote, Passerella genannt, mit dem Schwindel erregenden Ausguck (nur für ganz Hartgesottene geeignet), patrouillieren in der Bucht auf und ab, auf der Jagd nach den leckeren Schwertfischen. Eine ganz besondere Spezialität in den gemütlichen Restaurants von Scilla oder noch romantischer, direkt auf den Meeresterrassen im Sonnenuntergang.
Die Früchte des Meeres sind hier unvermeidlich, ebenso ein Spazier− gang durch den malerischen Ort mit seinen engen Gässchen, Lauben und Treppengängen.

Scyllaeum hieß Scilla in der Antike. Schon damals berichtete Homer begeistert von Scilla, in der Sage über die Reisen des Odysseus. Die Meerenge von Messina war zu der Zeit sehr gefürchtet. Aufgrund der Meeresströmungen ist sie für viele Seeleute zum Verhängnis geworden. Homer machte ein sechsköpfiges Seeungeheuer verantwortlich, das die Schiffe am Felsen von Scilla zerschellen ließ.
Capo Vaticano

Steil fallen die Felsen in ein türkisblaues und glasklares Meer. Eine traumhafte Kulisse mit Aussichtscafe. Die Zeit für einen Rundgang um das Kap sollte man sich in jedem Fall nehmen. Bei guter Wetterlage kann man das nur ca. 70 Kilometer entfernte Stromboli erkennen. (Foto rechts) Das unvergleichliche Panorama ein Spiel aus Licht und Farben, ist der schönste und romantischste Aussichtspunkt Kalabriens.
Kakteenbaum am Cap
Der markante Capo Vaticano Felsen
Tropea, die Perle Kalabriens (Foto oben: Postkarte vor Ort kaufen!) oder auch des Tyrrhenischen Meeres, so wie man möchte.
Jedenfalls ein Ort, der begeistert. Ein weiterer Höhepunkt einer Süd− italienreise. Gegenüber der „Akropolis“ Tropea, liegt die Benediktiner Wallfahrtskirche S. Maria dell’ Isola. Hier werden Ehen geschmiedet. Allerdings muss das Brautpaar (mit Gefolge) erst tausende von Stufen bewältigen, bis es das Ja−Wort geben kann.
Wenn ich hier so sitze und diese Reise an mir vorüberziehen lasse, ist alles so Superlativ. Ein Ort topt den anderen. Ein Platz schöner als der andere, wie in einem Bilderbuch. Aber hier ist alles so wie es ist. Nichts muss verschönt oder retouchiert werden. Die Farben kommen von alleine. Lange helle Sandstrände, malerische Dörfer, lachende freundliche Kalabresen, eine gute Küche mit Nduja (eine extra scharfe Peperoni−Salamipaste. Vorsicht, wenn der Ober sie schmunzelnd überreicht), die gesunde Cipolla di Tropea (rote süße Zwiebeln, aus der Marmelade gemacht wird, die gut zu Käse und auch Fleisch gleichermaßen schmeckt) – ach ja, das Dolce Vita in Natura.
Und noch was. Sollten Sie eines Nachts in den nächsten Tag feiern, weil ein Geburtstag ansteht, dann gehen Sie zu Antonio, zwischen der Via Garibaldi und Via Dardano. Keinen Kalabresen stört es, wenn es mal etwas lauter wird und Antonio bringt zum Geburtstagssekt noch die Mitternachtshäppchen als Gruß des Hauses. Sie sehen schon, irgendwann wandere ich aus…
Lassen Sie mich nun wieder auf Tropea zurückkommen. Der Ort ist einem Museum gleich. Die Altstadt mit der tollen Aussicht und den holprigen Pflastersteinen (bequeme Schuhe sehr empfohlen) in den engen Gassen (nur für italienische Autofahrer geeignet), sorgt für kühle schattige Stunden bei einem Espresso an heißen Sommertagen.
Wer will, findet hier alles was das Herz schon immer begehrte. Schöne Schuhläden, Modeboutiquen, Anti− quitäten und natürlich Geschäfte mit den Spezialitäten aus Kalabrien, ein wirklich besonderes Mitbringsel für die Lieben daheim. Egal ob die Nduja, die Cipola di Tropea, Schinken, Salami, Pasta, getrock− nete Tomaten und Olivenöl, nicht zu vergessen den Limoncello (Zitronenlikör).

Wer möchte kann ganz auf Kultur machen. Die normannische Kathe− drale mit dem schwarzen Kruzifix aus dem 15. Jh. ist jedenfalls einen Besuch wert.
Nur eine knappe Stunde von Tropea entfernt findet man das romantische Pizzo, mit der großen Piazza und den vielen Straßencafes. Mehr möchte ich nicht ausführen, Sie sind sonst der Meinung ich spreche von Scilla und Tropea. Es gibt aber trotzdem wichtige Punkte, die man erwähnen sollte… die Burg der Aragonier (15. Jh.) mit dem historischen Museum. Der Schwager Napoleons, Joachim Murat (König von Neapel) wurde hier gefangen gehalten und nach 5jähriger Gefangenschaft erschossen, womit die französische Herrschaft über Süditalien endete. Er hinterließ einen sehr traurigen Brief an seine geliebte Frau Caroline Bonaparte und an seine vier Kinder. Fragen Sie einfach Ihre Reiseleitung nach dieser rührigen Geschichte. Auch Sie werden Tränen in den Augen verspüren.
Ein weiterer Punkt, liegt auf dem Foto leider im Schatten, die Kirche San Giorgo, mit der prächtigen Barockfassade.
Nun, für Schleckermäuler muss das Tartufo Eis erwähnt werden. An dieser „Kartoffel“ kommt wohl keiner vorbei, inkludiert mind. 2.000 Kalorien. Die mit bitterer Schokolade gefüllte Vanillekugel mit Schokoeis umhüllt und mit Kakao bestäubt wurde hier in Pizzo kreiert und ist heute über die Grenzen Europas hinaus bekannt.
Nachdem Sie die kalorienreiche dicke Tartufo−Kugel geschafft haben, sollten Sie sich auf den Weg, nördlich von Pizzo machen und der kleinen Kapelle „Chiesa di Piedigrotta“ einen Besuch abstatten. Über die steilen Stufen hinunter zum Meer (und wieder hinauf) können Sie schon ein paar Kalorien wieder abbauen.
Die unterirdische Felsenkapelle wurde im 17. Jahrhundert von Seeleuten zu Ehren der Jungfrau Maria errichtet, aus Dankbarkeit über die Rettung aus schwerer Seenot. Die Tuff−Skulpturen wur− den erst um 1900 von den Brüdern Barone errichtet.
Abschließen möchte ich diese Reise mit einem „letzten“ Blick auf Tropea, die Perle.

Es würde mich freuen, wenn ich Sie zu einer Süditalienreise inspirieren konnte. Genießen Sie die Sonne, das türkisblaue glasklare Meer. Genießen Sie den Süden und schlemmen Sie für mich ein Tartufo mit.

Buon viaggio!
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