Eine „Kunst“−Reise ins Sauerland

Beruflich war ich in den Siebzigern und Achtzigern häufig im Sauerland und liess mich bei diesen Aufenthalten von den Premium−Bier−Brauern gern von der hohen Bierbraukunst dieser Region überzeugen. Wie bei geschäftlichen Terminen üblich stand das Gespräch mit den Kunden im Vordergrund − Zeit für ein genussvolles Verweilen blieb aber nie, da am gleichen Tag ein Termin in einer anderen Region von NRW oder noch am Abend das Flugzeug zurück zum Firmensitz wartete.
Durch unser künstlerisches und persönliches Engagement für die Künstlervereinigung Artists for Freedom, „AFF“, konnten wir die Reise zu einer Ausstellungs−Finissage in Lennestadt nutzen, um uns nun auch von den landschaftlichen Reizen, der Gastfreundschaft der Sauerländer und der unternehmerischen Risikobereitschaft einzelner bodenständiger Unternehmer bei der Realisierung von visionären Bauvorhaben zu überzeugen. (Bilder: Hotel CORDIAL)
Artists for Freedom entstand im Jahr 2008 aus einer ersten Projektidee zusammen mit einem Mitarbeiter des „Europa Instituts für soziale Arbeit" in Berlin. Während eines Besuches bei den Vereinten Nationen in Wien im Jahr 2009 wurde die Idee vorgestellt und konzeptionell erarbeitet. Im Verlauf dieser Arbeit stellte sich für die heutige erste Vorsitzende, die Künstlerin Christina Seibold heraus, dass sie bestimmte eigene Schwerpunkte setzen wollte.
Hierfür entwickelte sie mit Gleichgesinnten einen eigenständigen Projektgedanken, der sich im „Artists for Freedom e.V." konkretisierte. Der Öffentlichkeit sollte immer wieder mit den Mitteln der Kunst die auch heute noch für über 28 Millionen Menschen geltende reale Sklaverei, den Menschenhandel und insbesondere die sklavenähnliche Kinderarbeit bewusst gemacht werden. Mit der hierdurch erreichten Medienpräsenz sollen langfristig Veränderungen bewirkt werden und kurzfristig mit den Erlösen aus Kunst−Verkäufen und Spenden selektiv direkte Hilfe geleistet werden.
Das Motto: TOGETHER!CREATE!CHANGE
Mit den „AFF−KIDS−ART“ Aktivitäten werden Kindern die Lebensbedingungen vor Augen geführt unter denen viele Kinder dieser Welt leben müssen, die nie erfahren haben, was Spielen bedeutet. Unter der Losung: „KIDS STAND UP FOR KIDS“ setzten sich 8 bis 13−jährige kreativ mit diesen Menschenrechtsverletzungen auseinander. Die dabei entstandenen Bilder zeigen eindrucksvoll, zu welchen künstlerischen Umsetzungen dieses Themas auch Kinder und junge Teens in der Lage sind.
Nach mehreren kleineren Aktionen in Deutschland und der Schweiz konnte durch das große Engagement der Artists for Freedom Mitarbeiter und den vielen Künstlern aller Genres, die sich der Idee von Artists for Freedom angeschlossen hatten, bereits im Mai 2010 eine erste große offizielle Eröffnungsausstellung in Deutschland im Galileo−Park in Lennestadt realisiert werden. An die siebzig nationale und internationale Künstler mit knapp 200 Kunstwerken nahmen an dieser ersten Kunst− Benefiz−Veranstaltung teil, dem „1. Event for Freedom".
Gastgeber, im Galileo Park der Sauerland Pyramiden war der Unternehmer Wolfgang Schmidt (rechts), durch dessen Ideen, Kreativität und finanzielle Risikobereitschaft dieses Projekt entstanden war und seit Frühjahr 2010 Einheimische und Touristen zu einer Erlebnistour des Wissens, der Kunst und des Genießens einlädt. Hier im Gespräch mit W.J.Müller − einem der teilnehmenden Künstler.
Das schöne Wetter, die sommerliche Blütenpracht, die sanften grünen Hügel erfreuten das Auge und schon bei der Anfahrt verlor sich die Hektik des Alltags hinter der herrlichen Naturkulisse. Wälder, Flüsse und Seenlandschaften machen einen aktiven, naturverbundenen Urlaub möglich und die Hotels und Landgasthöfe umsorgen den Gast mit deftiger sauerländischer Kost und einer besonderen Gastfreundschaft. Natürlich wird auch leichte genussreiche Gourmetküche geboten – aber uns erschien das Bodenständige als die richtige Wahl.
Die Finissage nach 4−wöchiger Ausstellung mit den vielen anwesenden Künstlern war für die, die sich schon kannten, ein fröhliches Wiedersehen und für die Anderen eine ungezwungene Möglichkeit den Bekanntenkreis zu erweitern, Freundschaften zu schließen und sich über das Programm der Artists for Freedom auszutauschen. Mit Livemusik und Drinks klang die Finissage aus.
Nun waren alle Künstler beim Abbau und Verpacken der rund 200 ausgestellten Kunstwerke (Bilder, Skulpturen und Schmuckstücke) gefragt. Für einen Teil der Ausstellungsstücke ging es gleich weiter nach Bensberg ins Alte Rathaus, dem Ort der nächsten Ausstellung. Die anderen Kunstwerke mussten verpackt und für die Rücksendung bereitgemacht werden.
Alle ausstellenden Künstler mit Ihren Werken können Sie unter http://artistsforfreedom.net anschauen. Dort gibt’s auch viele weitere Informationen über die Projekte, Aktivitäten und Mitgliedschaft bei AFF und/oder anderweitiger Förderung dieses Vereins.

Bei der Rückfahrt nach Norden zeigte sich der Wettergott weiterhin von seiner besten Seite. Sonne und Temperaturen knapp unter 30º ließen die Wälder in vielen Grünfarben erleuchten. Die Dörfer und kleinen Städte leuchteten blitzsauber und gepflegt aus den Tälern herauf oder von den Hängen herunter. Mit vielen kleinen Zwischenstopps und geringstmöglicher Geschwindigkeit fuhren wir aus dem Sauerland heraus um dann über die Autobahn die gute Verkehrsanbindung nach Norden, zurück an die Waterkant, zu nutzen.

Für uns steht fest: Dieser Besuch wird sicher nicht unser Letzter gewesen sein.
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