Kalimera Kreta! (2.Teil)

Einzigartig in Griechenland, hohe Berge, tiefe Schluchten, abgelegene Höhlen, einsame Strände und eine Geschichte, die berührt.

Rundreise – 2. Teil:
von Agios Nicolaos nach Matala – Agia Galini – Spili – Réthimnon – Kloster Arkadi – Knossos – Iráklion

Von Agios Nicolaos fuhren wir in den Süden. Der malerische Küsten− und historische Hafenort Matala erlangte Berühmtheit in den 60er Jahren, als Hippies auf der Suche nach einer natürlichen Lebensweise die Wohnhöhlen im weichen Sandsteinfelsen für sich entdeckten. Diese Höhlen gaben schon den Siedlern in der Jungsteinzeit ein Zuhause. Später, vor den Hippies wurden sie von deutschen Besatzern als Festung genutzt. Die Bazarstraße ist ein zu großer touristischer Trödelmarkt. Schade.
Agia Galini, meine Lieblingsecke auf Kreta, versprüht einen eigenwilligen Charme. Die Häuser des Ortes klettern die Steilküste hinauf und krallen sich am Berghang fest. Steile Treppen führen durch den hübschen Ort mit den zahlreichen Tavernen, Bars und Discotheken, gesäumt von Souvenirläden mit allem möglichen Kitsch.
Ein Kauf− und auch Geschenk−Tipp am Rande wäre der preisgünstige Goldschmuck, absolut kein Kitsch.
Im Hafen von Galini wartete ein „Piratenschiff“, das uns gemütlich zur heiligen Bucht schipperte. Ein Ausflug zum Empfehlen, vorbei an Matala und der blauen Grotte von Kreta geht es in diese wunderschöne einsame Badebucht. Eine kurze Wanderung vorbei an prächtigen Oleanderbüschen und steilen Felsschluchten, führte uns zur Kapelle des Hl. Antonius. Hinter dieser Kapelle befindet sich eine geheime Höhle im roten Fels. Bischöfe hielten hier Geheimsitzungen ab zum Widerstand gegen die Türken Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die Badesachen sollten in Kreta immer griffbereit sein. In dieser Bucht lohnt sich das Schwimmen ganz besonders.
Auf dem Weg zurück an die Nordküste, von Agia Galini nach Réthimnon kommt man durch das Bergdorf und den Bischofssitz Spili. Die Hauptattraktion des Ortes ist ein venezianischer Brunnen direkt an der Hauptstraße. Aus 19 Löwenköpfen (Foto unten rechts, leider bei meinem Besuch eine Baustelle) fließt das Wasser einer Quelle, das Glück verheißt auf ganz lange Zeit, für den, der es trinkt (vielleicht hätte ich es doch probieren sollen). Tipp: In Spili kann man sehr gut Handarbeiten einkaufen.
Das quirlige Réthimnon, auch eine Studentenstadt, lockt mit Tavernen und einem Hard Rock Cafe, in dem man die ganze Nacht durchbringen kann. Wer allerdings das Landestypische sucht, sollte sich einen Platz in einer der Studententavernen für den Abend sichern. Zu wilden und rhythmischen Klängen der Lyra (Kniegeige) und der Lauto (Laute) sollten sie ein, wie schon oben erwähnt, geselliges Abendessen genießen.

Nach einer durchzechten Nacht bietet sich ein geruhsamer Tag am Strand an, bevor Sie weiter die Insel erforschen.


Kloster Arkadi,
das Nationalheiligtum von Kreta – das wehrhafte Kloster.
In der prächtigen Fassade der zweischiffigen Klosterkirche vermischen sich fast spielerisch die Formen der Renaissance und des Barock.
Das Kloster birgt eine traurige Geschichte. 1866 zogen sich rd. 1.000 Männer, Frauen und Kinder in die Pulverkammer der Klosteranlage auf der Flucht vor den Osmanen zurück. Mit einem Pistolenschuss auf ein Pulverfass sprengten sie das Magazin und gingen in den Freitod, um den herannahenden Türken nicht in die Hände zu fallen. Ein sehr schrecklicher und schauriger Schauplatz der Vergangenheit.


Besuch in Knossos

Die letzte und sehr beeindruckende Station meiner Kreta−Reise war Knossos. Vielleicht liegt es ja an der Spezialführung, die wir erleben durften. Sehr humorvoll brachte uns die Autorin der Paradigmenanalyse „Europa und 2000 Jahre Frieden“, Roswitha Baduva−Walch die Zeit und Geschichte von Knossos näher. Die Geschichte um Mann und Frau, ganz besonders die Geschichte des Matriarchats vor Christus und die heutige Entwicklung 2000 n. Chr. Dieses Buch zeigt Alternativen zum aggressiven Egoismus in unserem heutigen Weltethos und hinterfragt den Pax Minoica. Gab es den minoischen Frieden und wie lange hat er gedauert?
Die Ausgrabungsstätte befindet sich 5 km südöstlich von Iraklion. Der erste Palast wurde auf den Ruinen einer jungsteinzeitlichen Siedlung ca. 1700 v. Chr. erbaut.

Die Säulen von Knossos tragen die Symbolfarben der matriarchalen Göttinnen. Weiß für den Geist und Intellekt, Rot für das Leben und Schwarz für die Göttin von Tod und Wiedergeburt.

Zu jener Zeit waren die Herren der Schöpfung in enge Gürtel geschnürt. Sie waren sehr um ihre schmale Taille bemüht. (Foto rechts).

Foto: Thronsaal

In den großen und mannshohen Phitoi (links unten) wurden Lebensmittel, wie Öl, Getreide und Wein in den Vorratskammern aufbewahrt. Das Foto rechts zeigt, das zwei− und viergeschossige Bauten 2000 v. Chr. kein Problem darstellten.

Unten: Städte 2000 Jahre vor und nach Christus. Knossos und Iraklion
Mit diesem Bericht wollte ich die Insel Kreta vorstellen, so wie ich sie erlebt habe. Die Insel ist mehr als eine Reise wert und wenn, dann sollte man sich nicht für eine Woche und mehr in den Fluten der Strandliegestühle verschanzen. Schauen Sie sich die Insel an, die Geschichte dieser Insel, wandern Sie, erleben Sie eine Jeepsafari ins Gebirge – das alles macht Kreta aus. Dazu die fröhlichen Menschen, die schier pausenlos Sirtaki tanzen oder nehmen Sie auf dem Rücken eines mürrischen Esels Platz. Erleben Sie Ihr Kreta.

Fotos aus dem Cretan Traditional Village… a bisserl Tourist muss schon sein.

Jia sas Kreta!
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