Die Fugger, Albrecht Dürer, Goethe − alle waren schon da.

Naturschönheit trifft Geschichte. Südtirols Eisacktal ist mehr als einen Urlaub wert.

Bunte Märkte, Wein so weit das Auge reicht, schicke Boutiquen zum Shoppen und alte Mauern umgeben von berauschenden Bergpanoramen. Um einen Überblick über das Tal zu bekommen sollte man gleich eingangs im Tal den Hausberg der Sterzinger nutzen, den Rosskopf mit seinen 2.180 Metern an Höhe, über die man noch hinaus wandern kann auf schönen Höhenwanderwegen mit herrlichen Ausblicken. Wandern Sie hinauf in 2,5 bis 3 Stunden, auf schattigen Waldwegen oder wahlweise über einen Sonnenweg, so wie Sie es mögen. Für die Augenwanderer geht’s gemütlicher und ohne Mühe mit der Seilbahn nach oben. Genießen Sie den Ausblick ins Tal, Sie kommen sich so frei wie ein Vogel vor.
Wenige Kilometer von Sterzing entfernt in Richtung Süden, vorbei an der Franzensfeste (als Schutzbastion für den Brenner gedacht und für 1000 Soldaten und knapp 100 Geschütze Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut), liegt das Augustiner-Chorherrenstift, Kloster Neustift. Die beeindruckende Klosteranlage (Gründung 1142) mit der berühmten Klosterkellerei.
Die Weinhänge (besonders malerisch im Herbst) rund um das Kloster lassen erahnen, um welch gute Lage es sich bei diesem Wein handelt. Die dreischiffige Basilika zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern des Barock (1734-1737) im deutschsprachigen Raum. Fresken von Matthias Günther und Michael Pacher (Sakristei). Vor den Toren des Klosters steht die »Engelsburg« im Kleinformat. Sehenswert auch die Bibliothek des Klosters Neustift. (Foto unten mit Blick gen Süden, Eisacktal)
Kehren wir vorbei an den Burgen Schloss Sprechenstein und gegenüber Schloss Reifenstein (eines der ältesten Schlösser Südtirols und mit Führungen zu besichtigen) wieder zurück nach Sterzing für einen gemütlichen Bummel durch die kleine mittelalterliche Fuggerstadt, die ab 1480 mit der Öffnung des Brenners zur Hochblüte kam. Bis dahin war der Brenner ein holpriger Saumpfad und schwer für die Händler zu überwinden. Deshalb hatte bis zu diesem Jahr die Handelsroute von Venedig oder Rom in den Norden durch das Vinschgau (Via Claudia Augusta bzw. die Mittelalter-Route-Vinschgau) und weiter über den Reschenpass, entlang des Inns, schon zu Zeiten der Römer den Vorzug. Der Reichtum der Stadt ist aber auch auf den Abbau von Blei und Silber in der Region zurückzuführen.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Zwölferturm aus dem 15. Jahrhundert, der die Stadt in zwei Teile, der Alt- und Neustadt teilt. Eines der schönsten Rathäuser Südtirols (spätgotischer Bau) steht in Sterzings Neustadt. Am Stadtplatz hinter dem Zwölferturm finden Sie die kleine Heiliggeistkirche im Bürgerspital. Das Kircheninnere ist mit einem Kreuzrippengewölbe und einer vollständigen Ausmalung, durch Hans von Bruneck (15. Jh.), ausgestattet.

Gleich gegenüber wird Ihnen ein altes Gasthaus mit einer Schwemme am Stadtplatz auffallen, der Schwarze Adler. Seine Geschichte ist ein Erlebnis harter Zeiten seit 1460. Eine lange Tradition hütet die Gastgeberfamilie, die Mühlsteigers. Aus der einstigen „Sauren Suppe mit’m Schnapsl“ für die Viehhändler in der Schwemme, wurde eine köstliche Kartoffelsuppe mit Trüffeln - aus der alten Stube eine Gaststube, in der man das Glaserl Südtiroler Roten so richtig genießen mag. Honoratioren der Stadt und um Umgebung hatten sich im vergangenen Jahrhundert im Schwarzen Adler getroffen und ihr Schwätzchen bei einem „Geheimnis“ (ein kleines Gulasch mit einem Achtel Wein) oder am Vormittag einen Einspänner mit Soße (ein halbes Würstl) zu sich genommen. Im Schwarzen Adler wurde die Zeitgeschichte festgeschrieben, heftig erregt oder nur dezent im Gespräch. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Soldaten im Adler verpflegt, Offiziere nahmen hier Quartier und wurden für die Jahre danach zu glücklichen Urlaubsgästen. Alljährlich am „Unsinnigen Donnerstag“ gab es im Adler eine Knödelpartie und in der Woche nach Ostern, das so genannte „Österliche Gehen“.
Der Schwarze Adler hat sich zum Firstclass Hotel entwickelt mit eleganten Zimmern und Suiten, mit einem Wellness- und Beauty-Center und diversen Golf- und Aktiv-Arrangements – moderne Zeiten sind eingezogen im „alten“ Schwarzen Adler. Ein familiär geführtes Hotel der Verwöhnkategorie mit vielen Stammgästen, die dem Hotel und der Familie Mühlsteiger gerne treu bleiben und das Eisacktal mit seinen Wander- und Ski-Bergen gerne zum Ziel ihrer Reise wählen, die kleine Fuggerstadt für den „italienischen“ Einkauf nutzen.
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